6. (von Maja) Perú, Perú, wir waren in Perú!

Ich weiß, bei diesem Titel müsste ich eigentlich sofort auf unser Zwischenseminar in Lima (Perú) eingehen, aber es gab im November noch ein unglaublich wichtiges Ereignis, was unbedingt in diesen Blogeintrag muss!

Die 98 – Jahrfeier des YMCA Santiago am 24.11.2018.

Schon jetzt feiert der YMCA die 100 – Jahrfeier, welche in 2 Jahren stattfindet. Aus diesem Grund waren Marius und ich auch sehr gespannt, wie sehr wohl die 98 – Jahrfeier gefeiert wird. Und ich kann eins sagen, unsere Erwartungen wurden auf jeden Fall erfüllt.

In der Turnhalle im Fitnessstudio haben wir erst gemeinsam mit ein paar Jugendlichen und Mitarbeitern aus dem Guay neuen Boden verlegt und ca. 60 Tische und 200 Stühle rein geschleppt. Ab 21:30 Uhr ging der Abend mit einer Vorstellung der verschiedenen Tanzkurse hier im Guay los. Von Salsa, Tango, Rock’n Roll über Cueca war alles dabei! Da hat man auf jeden Fall Lust bekommen mit zu tanzen.

Danach ging es weiter mit chilenischer 80er Musik, das Motto der Geburtstagsparty waren die 80er, und freiem Tanz. Marius und ich haben dabei festgestellt, dass die chilenischen 80er definitiv ganz anders waren als unsere 80er in Deutschland, aber mindestens genauso gut. 😉 

Bis ca. 2:30 Uhr wurde weiter getanzt, teilweise auch mit Vortänzern auf einer Bühne. Das hat mein Tänzerherz natürlich schneller schlagen lassen.

 

Danach wurde sich aber nicht einfach ins Bett gelegt!

Bis 7 Uhr morgens wurde wieder alles tip top sauber aufgeräumt, wobei Marius und ich bis 5 Uhr morgens mit halfen. Danach muss man sagen waren wir echt schon richtig kaputt, ich hatte teilweise Blasen an den Füßen, aber für diese Feier hat sich das echt gelohnt.

Ende November, vom 26.11 – 1.12 .2018, folgte nun das angekündigte absolut größte Highlight! Für uns 6 Chile –  Volis ging es nach Lima (Perú) auf ein Zwischenseminar, wo wir gemeinsam unsere Erlebnisse und Erfahrungen in Chile reflektieren durften. Man möge es kaum fassen: ES SIND SCHON 3 1/2 MONATE UM!!!

Außerdem hatten wir die Möglichkeit die Arbeit dort Vorort kennenzulernen.

Das hieß also wieder Rucksäcke packen und los zum Flughafen.

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Nach einem ca. 4 stündigen Flug kamen wir 6 am Montagabend in Lima an und wurden dort von unseren 2 Seminarleitern, Johanna und Michael, abgeholt. Beide sind Deutsche, die aber im YMCA Perú angestellt sind. Michael ist dabei Mentor und Anleiter für die 10 Volis aus Perú und Johanna ist zuständig für die Lobpreisarbeit.

Gemeinsam fuhren wir durch den verrücktesten Verkehr, den ich je gesehen hatte, mit mehr oder weniger Straßenverkehrsregeln, in den YMCA in Lima. Bei dieser Fahrt konnte man schon erkennen wie riesig Lima ist und wie wenig sich die Menschen Gedanken gemacht haben bei diesem Verkehrssystem. Aus dem Grund, dass Lima keine U – Bahn besitzt sind die Straßen eigentlich ständig überfüllt.

Im YMCA aßen wir gemeinsam in der Cafeteria erstmal ein unfassbar leckeres typisch peruanisches Gericht aus Reis und einer Gemüse – Hähnchenpfanne, zum Abendbrot. Manche von uns ließen den Abend durch einen Salsakurs ausklingen und dann gings auch schon ins Bett, denn unser Programm für die Woche war sehr strikt getaktet und wir alle wolllten ausgeschlafen sein.

Vormittags von Dienstag bis Freitag hatten wir jeweils Seminareinheiten mit Michael und Johanna, wo wir durch Selbsttests, Einzel – aber auch Teamgespräche unsere Arbeit in Chile reflektiert haben.

Dort konnten wir ansetzten, was schon gut in den jeweiligen Teams läuft, oder was man noch verbessern könnte. Aber auch generell, wie wir uns gerade in unserer Arbeit fühlen. Genauso wichtig war es über unsere jeweilige Arbeit ins Gespräch zu kommen und gemeinsam zu reflektieren, was läuft gut und was läuft eher nicht so gut und was könnten wir tun um das zu verbessern. Besonders hilfreich waren für mich die vorgestellten Tipps und Methoden von Johanna und Michael, wie man das Verständnis füreinander im Team verbessern könnte und dann dadurch auch die Arbeit.

Aus diesen Seminareinheiten konnte ich so viel rausziehen und es hat mir echt mega großen Spaß gemacht. Ich hätte vor unserem Seminar nie erwartet wie wertvoll diese Zeit für mich wird und bin dafür jetzt im Nachhinein umso dankbarer.

Denn richtig toll war es auch, am Nachmittag, die Arbeit von den Volis aus Perú zu begleiten. Denn wir Chile – Volis konnten uns dadurch auch super viele Impulse für unsere eigene Arbeit mitnehmen. Besonders schön war natürlich das Spanisch der Peruaner, denn dort konnten wir Chile- Volis erstmal alles verstehen! Die Peruaner haben wirklich eine unglaubliche gute Aussprache, was man von vielen Chilenen nicht immer behaupten kann. Deswegen war es wirklich schön Mal alles zu verstehen.

Am Dienstagnachmittag haben wir ein Projekt für Straßenkinder unter dem Namen „Crecemos felices“ begleitet. Dort hat mich besonders die Struktur und Organisation begeistert, aber auch die Arbeit und Motivation der Perú – Volis. Aus dieser Arbeit konnte ich mir auch richtig viele neue Ideen für die Arbeit in Santiago rausnehmen. Begeistert hat mich einfach auch das große Engagement der Hauptamtlichen und ihre Kompetenz.

Am Mittwochnachmittag haben wir ein Kinder – und Seniorenprogramm in Sourco (einem eher reicheren Stadtteil von Lima) begleitet. Diese Arbeit war auch sehr berührend für mich, da man wirklich das Herzblut der Hauptamtlichen dort Vorort spüren konnte. Außerdem konnte man auch nicht anders, als die Kinder sofort ins Herz zu schließen.

Am Donnerstagmorgen trafen sich in der Casa Clemens (das Zuhause von Michael) alle verfügbaren Volis – aus Lima (die restlichen Volis in anderen Teilen von Perú wurden live zugeschaltet) und wir Chile – Volis.

Wir Chile – Volis hatten nämlich die Möglichkeit an ihrem Voli – Frühstück teilzunehmen. Das bedeutet natürlich gemeinsam zu frühstücken, aber danach auch eine gemeinsame Zeit im Lobpreis zu haben und über ein spezifisches Thema aus der Bibel oder dem Leben der Volis ins Gespräch zu kommen. Es war total schön, denn mit allen Volis aus Perú hatten wir nur an diesem Vormittag die Möglichkeit Zeit zu verbringen.

Beim Voli - Frühstück in der Casa Clemens

Richtig geflasht hat mich aber am Donnerstagnachmittag die Arbeit des YMCA im Armenviertel Independencia. Miterleben durften wir dies durch ein Kinder – und Frauenprogramm, als auch in einer Schneiderei. Einerseits war es natürlich erschreckend die Armut in diesem Stadtviertel zu sehen, aber andererseits war es wahnsinnig toll zu erleben, was der YMCA dort schon seit mehr als 20 Jahren bewirkt. So wird z.B ermöglicht, dass Kinder von 4 Monaten bis 2 Jahren eine Krabbelgruppe besuchen können, wo gemalt und gebastelt wird, um die Feinmotorik der Kinder zu trainieren.

Bei den Kindern in Independencia

Aufgrund dem Frauenprogramm dort Vorort, haben die Frauen die Möglichkeit sich zu treffen und über Gott auszutauschen, da es eine extra Räumlichkeit für sie gibt. Man konnte auch deutlich erkennen, wie gut diese Gemeinschaft den Frauen tut und wie sie schon zu einer Familie zusammengewachsen sind.

Beim Frauenprogramm in Independencia

Die Schneiderei in Independencia, welche von 9 Frauen geführt wird, war ebenfalls ein Beispiel für die überragende Arbeit des YMCAs in Perú. Die Frauen stellen für den YMCA Sportkleidung, aber auch normale T- Shirts und Pullover her, die dann dort direkt auch von den Frauen verkauft werden.

So besitzen diese Frauen eine Arbeit und können es ermöglichen, dass sie ihre Familie ernähren können, oder auch die Schulkosten für ihre Kinder bezahlen können.

In der Schneiderei in Independencia

 

Marius und ich beim die Seele baumeln lassen in einem Park mit den Peru-Volis

 

Am Freitag hatten wir kein Programm und somit konnten wir mit ein paar Volis aus Perú, Lima erkunden und einfach Mal entspannen und uns über unsere unterschiedliche Arbeit austauschen.

Besonders schön war es dann auch noch auf einem Inka – Markt ein wenig typisch peruanische Pullover zu shoppen. Dort konnte ich einfach nicht anders, als ein paar von diesen schönen Sachen mitzunehmen.

 

 

Den Abend verbrachten wir im Jugendgottesdienst „Hope“, wo wir gemeinsam mit den Jugendlichen Lobpreis sangen und über die verschiedenen YMCAs, von Perú über Chile nach Deutschland, ins Gespräch kamen.

Am Samstag um 4:30 hieß es dann Abschied nehmen und zum Flughafen aufzubrechen, denn um 8:00 Uhr ging unser Flieger in unsere zweite Heimat. Es viel mir schon echt schwer den YMCA in Lima zu verlassen. Einerseits natürlich, da wir eine super coole Zeit mit den Volis aus Perú hatten und ich natürlich gern immer noch mehr Zeit mit ihnen verbracht hätte um noch mehr spannendes über ihr Leben in Perú zu erfahren. Andererseits natürlich da mich die Arbeit und die Mitarbeiter Vorort sehr begeistert haben und wir mit Michael und Johanna so eine schöne gemeinsame Zeit hatten. Dennoch habe ich mich aber auch sehr auf die Jugendlichen und Kinder, sowie unsere Programme in Santiago gefreut.

Zusammenfassend war es echt eines der schönsten Erlebnisse hier in Südamerika, welches mich persönlich auch sehr bereichert hat.

Ich möchte dich/Sie aber trotzdem noch dazu einladen die spannende Arbeit in Lima weiter zu verfolgen. In „Nicht nur Chile“ haben wir alle Blogs der Volontäre aus Perú verlinkt.

Jetzt steuern wir erst ein Mal in rasender Geschwindigkeit auf Weihnachten zu und die Kinderferienprogramme die diesen Sommer folgen. Ich bin sehr gespannt, ob noch irgendwann bei über 30 Grad Außentemperatur Weihnachtsstimmung aufkommt und wie das erste Weihnachten ohne meine Familie werden wird. Außerdem bin ich natürlich gespannt darauf ob und wie wir die gewonnenen Impulse aus Perú umsetzten können.

Die liebsten Grüße vom anderen Ende der Welt,

Maja ❤

PS: An dieser Stelle möchte ich mich bei allen Unterstützern, ob nun durch ein Gebet oder eine Spende, bedanken. Ihr macht es möglich, dass ich diesen Freiwilligendienst so durchführen darf und wir hier in Santiago diese Möglichkeiten haben. Ihr seid alle ein großer Segen. Muchas, muchas gracias!

Dabei gilt besonders auch meiner Gemeinde in Krauschwitz ein großer Dank! Ihr seid eine unglaubliche Stütze für mich! DANKE,DANKE, DANKE!

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